Musikwerkstatt

 


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Das Tonsystem der orientalischen Musik - Maqam

Der Begriff Maqam (arabisch) im Musikbereich bedeutet orientalische Tonleiter. Zu vergleichen ist der Maqam mit den Tonarten, die als Modus/Modi benannt werden wie Dorisch, Phrygisch, Lydisch, Mixolydisch, oder mit der altgriechischen oder den Kirchentonarten der alten grigorianischen Choräle. Allerdings unterscheidet sich der Maqam in der orientalischen Musik in seiner wesentlichen ¼ bzw. ¾ eigenartigen Intervallik. Im Gegensatz zur westlichen Musik, die nur zwei Modi hat (Dur und Moll) hat der orientalischen Maqam mehr als 10 Haupt-Modi, die wiederum nur als Stammzellen bzw. als Haupt- Tetrachord betrachtet werden, die als Basis zur Erweiterung und Veränderung in den Musikzellen dienen.
Beispielsweise kann man das Moll-Tonsystem in der westlichen Musik mit dem Maqam Nehawand vergleichen.
LAYALY    
  LAYALY  Klangbeispiel "Ya Banat/Üsküdar" (trad. Mittelmeerraum, 552k)    LAYALY
   
 

Der Maqam Hegaz - Beispiel für orientalische Tonleiter

 
 
Der Hegaz-Maqam hat in der orientalischen Musik den Grundton (D). Er wird aber in der türkischen Musik von (A) aus gespielt, also eine Quinte höher. Er enthält keine ¼ oder ¾ Töne, solange es keine Modulationen zu anderen Maqams gibt, die solche Töne enthalten. Daher kann man diesen Maqam auf dem Klavier bzw. auf westlichen Instrumenten spielen, die temperiert sind und keine solche Töne spielen können.

LAYALY Klangbeispiel "El-Helwa" Ägypten (479k)

Der Hegaz-Maqam besteht aus zwei Tetrachorden bzw. Modi (Modus). Das untere Tetrachord bzw. der erste tiefere Teil des Maqams, wo der Grundton stattfindet, hat die Abstände 1/2, 11/2 und 1/2. Diese Tonabstände sind in der bekannten harmonischen Moll-Tonleiter der westlichen Musik enthalten. Das zweite Tetrachord bzw. die zweite höhere Hälfte des Hegaz-Maqam hat die Tonabstände 1, ½ und 1.
 
   
   
 Der orientalische Tanzrhythmus Samai
Dom EsEs Tak Es Dom Dom Tak Es Es.
 
   
   
 
Der Rhythmus Samai Thaqil stammt aus der arabischen Kunstmusik. Seine Grundform ist ein 10/8 Takt. Man kann ihn an den Dom-Schlägen erkennen, d. h. an den starken betonten Akzenten auf den 1., 6. und 7. Achtel. Der Dom-Schlag ist stark, der Tak-Schlag ist schwach kontrastiert und das Es zeichnet eine Pause aus und dient der Variation und der Füllung. Beide Tak und Es werden für die Füllung von kleinen rhythmischen Fragmentationen und Verzierungen verwendet. Die Benennung Samai ist auch eine Instrumental-Gattung der klassischen orientalischen Musik, bzw. die musikalischen Formen der orientalischen Musik. Das nächste Klangbeispiel zeigt beide auf: als Rhythmus und Gattung.
 
   
   
 

Musikalische Formen

Instrumentale Gattung der orientalischen Musik:

Samai:LAYALY Klangbeispiel "Samai Thaqiel" trad. (1.04m)
Dulab:LAYALY Klangbeispiel "Dulab Rast" trad. (436k)

Gesang-Gattung der orientalischen Musik:

Muaschah:LAYALY Klangbeispiel "Yaman Laibat" trad. Arabien (instrumental bearbeitet, 840k).
 
   
 







 
  Siehe auch: